D-Köln Städtebauliches Konzept Grüner Weg
Die ehemalige Fabrik für Destillationsanlagen der Gebr. Her- rmann (später Südchemie) am Grünen Weg in Köln-Ehrenfeld dient bereits seit Jahren nicht mehr ihrer ursprünglichen Funktion und liegt seit ihrer Schließung brach. Die ehemaligen Produktionsgebäude wurden nach Schließung der Firma abge- tragen. Nun stellt die Fläche ein erhebliches Entwicklungspoten- tial nicht nur für den Stadtteil Ehrenfeld, sondern auch für die Gesamtstadt Köln dar. Es soll ein wohnlastiges Mischquartier in teils noch sehr industriell geprägter Umgebung entstehen, welches Vorbildcharakter für die im Strukturwandel befindliche Areale haben wird.
Die GAG Immobilien AG/Grubo Baubetreuung GmbH beabsichtigt am Grünen Weg die Entwicklung eines Stadtquartiers zur Schaffung neuen Wohnraums und zur Ansiedlung kleinerer Gewerbe- und Büroeinheiten. Nach Erwerb des Areals durch die GAG/Grubo wurde ASTOC beauftragt ein städtebauliches Konzept zu entwickeln, das eine Grundlage für die Bebauungsplanung schafft.
Aufgrund der heterogenen Umgebung mit Bauten in unter- schiedlicher Körnigkeit wird für das Plangebiet ein Punkthaus- konzept vorgesehen, welches sich in das Quartier einpasst und zudem optimale Bedingungen für die unterschiedlichen Nutzungen in einem Mischgebiet bietet. Die einzelnen "Punkte" versetzen sich in paralleler Ausrichtung zum Grünen Weg zueinander und variieren in der Höhe zwischen fünf und acht Geschossen. Die oberen Geschosse der Punktbebauung staffeln sich meist zurück. Einige Punkte verbinden sich über den Sockel und teilweise auch über bis zu drei Geschosse miteinander. In den Sockelgeschossen können neben Büros und Gewerbe- einheiten auch Flächen für Garagenanlagen auf Erdgeschos- sebene untergebracht werden. Die Regelgeschosse der Bauten werden so flexibel gestaltet, dass sie Büro- und Gewerbe- einheiten sowie Lofts und Etagenwohnungen beherbergen können.
Entlang der Brandwand von Studiohaus und Atelierhalle des benachbarten Vulkan-Geländes, das vor einigen Jahren hier ebenfalls auf einem ehemaligen Industriegelände entstanden ist und vorbildliche Gewerbe- und Büroeinheiten sowie wenige Loft- und Wohneinheiten in Alt- und Neubauten beherbergt, soll ein Riegel entstehen, der sich mit diesen Bauten verbindet. Dieser Riegel soll Gewerbe- und Lofteinheiten für die Kreativwirtschaft beherbergen.
Die Haupterschließung erfolgt über die Verlängerung der Stichstraße Grüner Weg und wird ca. 120 m in südlicher Richtung ins Gebiet gezogen. Der Autoverkehr soll im Wesentlichen auf diesen Bereich beschränkt bleiben. Der restliche Bereich des Geländes soll weitestgehend autofrei bleiben und privaten und öffentlichen Freiraum zur Verfügung stellen.
Der Freiraum besteht aus einem dichten Netz aus Plätzen, Verbindungswegen und grünen Inseln. So wird eine hohe Aufenthaltqualität geschaffen. Alle Gebäude sollen großzügig mit Balkonen und Loggien ausgestattet werden. Auf den Dächern sollen Terrassen und Gärten entstehen. Zahlreiche Baum- pflanzungen und grüne Inseln auf den Platzflächen machen das Plangebiet zu einem durchgrünten innerstädtischen Quartier. Die Ausrüstung der Gebäude mit Solarkollektoren oder Erdwärme- heizungen sowie die Nutzung des Regenwassers wird zur Zeit von Gutachtern geprüft.
Gemeinsam mit den Architekturbüros Lorber+Paul Architekten, Köln und Molestina Architekten, Köln wird das städtebauliche Konzept nach Abschluss der Bebauungsplanung in 15 Einzel- bausteinen realisiert. Der öffentliche Raum wird durch das Büro Scape Landschaftsarchitekten aus Düsseldorf geplant.
Urbane Agrikultur in Ehrenfeld
PROJEKTDATEN
AuftraggeberGAG Immobilien AG / GRUBO Baubetreuung GmbH, Köln
Planungs- und BauzeitStädtebauliches Konzept 2008
Bebauungsplanung 2009-2012
Realisierung 2012-2015
GrößeBGF: ca. 29.000 qm + 8.100 qm Erweiterung
MitarbeiterLisa Effing, Julia Hausmann, Christian Herda, Maria Maennling, Cathérine Minnameyer, Miriam Pfeiffer, Jörg Schatzmann, Julia Tonn, Zhen Xu
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