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D-Düsseldorf Erster Preis im Gutachterverfahren „RKM 740“
ASTOC Architects and Planners gewinnt das Gutachterverfahren „Rheinkilometer 740“ in Düsseldorf.

Für die umliegenden Flächen des Heerdter Dominikus-Kranken- hauses in Düsseldorf wurde ein zweiphasiges Gutachter- verfahren durchgeführt. Erstplatziert wurde der Entwurf des Kölner Büros ASTOC Architects and Planners in Kooperation mit dem Bonner Landschaftsarchitekten RMP Stephan Lenzen.

Entstehen soll ein gemischtes Wohnquartier mit Angeboten für betreutes Wohnen und unterschiedliche Formen des Miet- und Eigentumswohnungsbaus, sowie ein Ärztehaus als Ergänzung des bereits vorhandenen medizinischen Angebotes im Stadtteil und in Kooperation mit dem Dominikus-Krankenhaus. Ziel war es ein gutes und robustes städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept für den Standort zu entwickeln, welches als Grundlage für den städtebaulichen Vorentwurf im parallel laufenden B-Planverfahren dienen wird. Es galt neben den anspruchsvollen Wohnnutzungen eine Kapelle sowie ein neu zu konzipierendes Parkhaus in den Entwurf zu integrieren. Durch die besondere Lage mit direktem Zugang zum Rheinufer galt es städtebauliche und freiraumplanerische Qualitäten mit hohen Nutzungsansprüchen zu verbinden.

Das Areal am Rheinkilometer 740 ist aufgrund seiner landschaft- lichen Reize direkt am Rhein sowie seiner unmittelbaren Nähe zum urbanen Leben in der Düsseldorfer Altstadt ein idealer Standort zum Wohnen. Der Entwurf sieht inmitten eines Parks ein eigenständiges Quartier vor, das sich über die vorgesehene Typologie und die Freiraumvernetzung charakterlich von der umgebenden Bebauung abhebt, unter anderem auch durch die bereits bestehende Bebauung des Krankenhauses. Die Maß- stäblichkeit der neuen Gebäude ist jedoch an bestehenden Strukturen des Ortes orientiert und schafft dadurch eine Zusammengehörigkeit. Das Grundstück ist durch eine grüne Wegeachse in Nord-Süd Richtung mit Anbindungspunkten zur Kribbenstraße und zum Park strukturiert.

Zonierung
Die Pariser Straße und die Bundesautobahn 52 sind stark be- fahrene Straßen, von denen eine hohe Lärmbelastung ausgeht. Über die vorgesehene Lärmschutzbebauung im Norden des Plangebiets wird der Lärmeintrag in das Wohngebiet weitgehend
eliminiert. Die Wohnbereiche des Betreuten Wohnens sind dabei konsequent nach Süden – auf der lärmabgewandten Seite – angeordnet. Auch das Ärztehaus im Norden bildet einen eigen- ständigen Baukörper, der sich in das nördliche Bebauungsband integriert. Das Ärztehaus schafft zusammen mit dem
angrenzenden Parkhaus eine bauliche Einheit, die sich in die Maßstäblichkeit des Krankenhauses einfügt.

Das Krankenhaus erhält im Süden im Bereich der Notfall- aufnahme einen Erweiterungsbau, der die „grüne Vorzone“ definiert und nach Westen abschließt. In diesem Baukörper befindet sich im Erdgeschoss die Notfallaufnahme und die Zufahrt zur Anlieferung sowie im Obergeschoss ein Gästehaus und eine öffentliche Gastronomie mit Blick auf den Rhein. Im Süden und Westen streuen sich Villen in den bestehenden Park.

Rücksichtnahme
Die Logistik des Krankenhauses und die Wohnbebauung haben verschiedene Ansprüche; daher bildet ein großzügiger Freiraum, der das Konvent und die Kapelle integriert, den nötigen Puffer. Die Einhausung der Anlieferung des Krankenhauses bietet Lärmschutz für die Wohnbebauung und schafft durch einen zusätzlichen Aufbau mit gastronomischer Nutzung einen Rhein- panoramablick für die Patienten, Besucher und Angestellten des Krankenhauses. Die viergeschossigen Wohnvillen schaffen einen weichen Übergang zu den 2-3 geschossigen Wohn- gebäuden im Westen.

Freiraumkonzept
Im stark heterogenen Viertel an der Rheinallee muss der Freiraum zwei wesentlichen Ordnungsfunktionen dienen: Zum einen muss er den unterschiedlichen Clustern ein Rückgrat bieten, um die Gebäude in einen gestalterischen Gesamtkontext bringen. Zum anderen muss er seine Netzwerkfunktion innerhalb der übergeordneten Grünraumsysteme der Rheinauen und der umliegenden Parkräume erhalten und gleichzeitig den Ansprüchen des quartiersinternen Fuß- und Radverkehrs Rechnung tragen. Ein zentraler Freiraum schafft die Hauptverbindung von der U-Bahnhaltestelle ´Dominikus- Krankenhaus‘ über das neue Wohngebiet zum Wasser hin und schließt an den östlich gelegenen Park an. So entsteht ein Wegenetz welches durch Abrundungen und direkte Verbindungen einen optimierten Verkehrsfluss generiert, aber gleichzeitig durch axiale Bezüge die Orthogonalität des Städtebaus gestalterisch aufnimmt. Die bestehende Kapelle und das neue Konvent werden in den zentralen öffentlichen Parkbereichen des Wegenetzes integriert.

Das öffentliche Grünraumsystem wird durch weitere öffentliche Parkraumeinstiche mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten im Süden und jeweils im Norden der Wohncluster verzahnend ergänzt. Innerhalb der Wohncluster ist der Freiraum durch Gemeinschaftsflächen geprägt. Darüber hinaus sind den Erdgeschossparteien private Gartenflächen zugeordnet.

ASTOC Architects and Planners, Köln in Zusammenarbeit mit RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn